Social Networks

Dienstag, 17. Juli 2007

Eine Generation ohne eMails?

"Kannst Du mir mal schnell das Foto schicken?" "Oh je, mit GMX kenn ich mich net so gut aus."

Diesen Dialog führte ich vor kurzem nicht mit meiner Großmutter, sondern mit einem 14jährigen. Sein unmittelbarer Alternativvorschlag:
"Mach doch kurz Dein ICQ auf, dann schick ich Dir das Foto rüber."

An diese erhellende Unterhaltung erinnerte ich mich als ich die vielbeachtete Äußerung von Travis Katz (MySpace) las, "reine E-Mail-Dienste tendenziell zu ersetzen". Und ich sage mal, so unwahrscheinlich ist das nicht. Die erste Generation, die eine Welt ohne Internet gewissermaßen gar nicht mehr bewusst erlebt hat, kommuniziert zum größten Teil über Social Networks und Instant Messaging.

Es wächst also bereits eine nahezu eMail-lose Generation heran.

Auf der anderen Seite bastelt Google oder Yahoo ein einem Vereinigten Sozialen Netzwerk, mit Hilfe dessen "Nutzer Inhalte aus verschiedenen Quellen und Web-Gemeinschaften nahtlos teilen, betrachten und kommentieren können.“ Geben wir nun den jungen Leuten also diese Art von Super-Community, angereichert mit Kommunikationsfeatures wie Messenger, Twitter, usw. Warum sollten sie noch eine eMail schreiben?

Viele weitere Gedanken und Ideen zu diesem Thema gibt’s hier:

Themenblog
Public-Beta
PR-Blogger
Off-The-Record
Storyblogger

Dienstag, 26. Juni 2007

Digg und Flickr: Klassicher Fall von Crowd-Unterschätzung

Nachdem Digg die Macht seiner Nutzer gehörig unterschätzt hat, hat nun auch Flickr mehr oder weniger klein bei gegeben. Die Tatsache, dass nur die als „Mittel“ eingestuften Bilder frei gegeben wurden, dürfte wohl eher mit dem nicht vorhandenen Willen, die Niederlage einzugestehen zusammenhängen. Denn offensichtlich scheinen sich die Herren nicht wirklich fundiert über den deutschen Jugendschutz informiert zu haben, auf den sie anfänglich pochten.

Die Learnngs aus diesen Geschichten sollten vor allem Web 2.0-Unternehmen ziehen, deren Geschäftsgrundlage auf einem Social Network basiert. Web 2.0-Nutzer sind keine Herde, denen man Futter hin schmeißt und hofft, dass sie fressen was Ihnen vorgeworfen wird. Macht Euch klar, wer Euer Business trägt! Ohne Eure Nutzer seid ihr Nichts!

Montag, 11. Juni 2007

Die Monetarisierung von Web 2.0

Blogs, Wikis, Communities, Social Commerce, ...
Werbetreibenden bietet sich eine völlig neue Welt an Möglichkeiten der Kundenansprache. 70% der User holen sich zumindest gelegentlich Rat und Anregungen von anderen Nutzern zu Produkten und Dienstleistungen. Dies haben die Forscher von Novomind in Zusammenarbeit mit Wiwo.de und Handelsblatt.com herausgefunden. Die vielzitierte Kraft der Empfehlung spielt hier ihre volle Stärke aus. Vertrauen und Glaubwürdigkeit heißen die Triebfedern.

Gleichzeitig scheit der Zustand der klassischen Werbeformen desolat. Eine Studie des Focus Magazin Verlags ergab: 75% der Konsumenten gehen davon aus, dass Unternehmen in ihrer Werbung unwahre Dinge behaupten. Es wird also deutlich: Glaubwürdige Kommunikation findet in Foren, Blogs und Communities statt. Dort treffen kaufwillige Kunden auf authentische Produkt-Experten.

Im Windschatten dieser Entwicklung wächst ein Trend der sich eben dieses Potential zu Nutze macht: Social Commerce. eCommerce-Plattformen wandeln sich zu kundengetriebenen, nachfrage- und verkäuferorientierten Treffpunkten. User werden Mitgestalter, Berater und Verkäufer.

Klingt nach einer perfekten Symbiose: Es existiert ein Marktplatz (Community) getrieben von Glaubwürdigkeit und Vertrauen. Hier trifft sich Angebot und Nachfrage. Die Kunden können gleichzeitig Verkäufer sein und sind über verschiedenen Erlösmodelle am Erfolg beteiligt. Man versucht also die Vorteile von Social Networks mit den Ansätzen des Social Commerce zu verbinden.


Lesenswert zu diesem Thema:
Exciting Commerce - Jochen Krisch's Weblog
Was ist eigentlich Social Shopping - Martin Oetting zum Thema
Empfehlungen und Inspiration als Feature - paulinepauline macht sich ausführlich Gedanken.

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Freitag, 25. Mai 2007

Adobe und die kreative Kraft der Nutzer

blog_adobe-icons4Bei Dirk im Photoshop-Weblog habe diese Woche ein klasse Beispiel dafür gefunden wie intensiv sich Fans einer Marke mit "Ihrem" Produkt identifizieren und wie stark Ihr Wunsch nach aktiver Teilnahme ist.

Als Adobe für seine lang erwartete CS3-Serie die Icons vorstellte war die Enttäuschung unter den Anwendern groß. Flugs machte sich die Adobe-Gemeinde daran eigene Icons zu entwerfen. Und wer sich die Ergebnisse mal ansieht, wird mit mir übereinstimmten, dass die Icons zum größten Teil wesentlich besser aussehen.
Die Icons in der Grafik stammen übrigens von Louie Mantia

Adobe hat dieses Potential übrigens längst erkannt und wird seine User zukünftig aktiv in den Entwicklungsprozess miteinbeziehen. Gut so!

Mittwoch, 2. Mai 2007

User Communities: Das Problem mit Newbies und Experten

Vor kurzem entdeckte ich einen etwas älteren (Dez06) Eintrag von Kathy Sierra.
Sie schreibt hier über ein Problem, mit dem viele Online-Communities, vor allem Foren, zu kämpfen haben. Nämlich die Kunst Newbies und Experten unter einen Hut zu bringen.

Denn das Problem ist doch immer dasselbe. Newbies stellen eine Anfängerfrage und werden von Experten runtergebügelt. Was zur Folge hat, dass sich die Neulinge nicht mehr trauen eine Frage zu stellen und schlussendlich der Community fern bleiben. Das wiederum kann nicht das Ziel sein.

Denn eine Community lebt von Ihren Usern. Kathy schlägt nun als Lösung vor, Newbies gleich von Anfang an zu ermutigen nicht nur Fragen zu stellen, sondern sehr bald auch Antworten zu geben. Durch die Auseinandersetzung mit einem Sachverhalt beschleunigt sich die Lernkurve des Anfängers. Gleichzeitig müssen natürlich die Experten immer wieder darauf hingewiesen werden, Neulinge angemessen und fair zu behandeln.

Ich habe hier die sechs Tipps kurz übersetzt. Diese werden u.a. auf javaranch angewandt.

1. Ermutige die Newbies auch Fragen zu beantworten. Vor allem diese, die im Vorfeld durch vermehrtes Fragenstellen aufgefallen sind.

2. Gib ihnen Tips wie Fragen zu beantworten sind. Dies könnte zusätzlich die allgemeine Kommunikation innerhalb der Community verbessern.

3. Gestehe ihnen zu auch Vermutungen zu äußern, solange sie dies offen zugeben

4. Führe eine Policy ein, nach der es nicht erlaubt ist, den Antwortenden lächerlich zu machen oder anzugreifen

5. Erläutere den fortgeschrittenen Usern und die Experten, wie eine falsche Antwort zu korrigieren ist, ohne den ursprünglich Antwortenden lächerlich zu machen.

6. Überprüfe die Level-Strategie Deiner Community. Gibt es einen verständlichen Weg für den User in den Levels aufzusteigen?

Okay. Wer sich regelmäßig in Foren bewegt, der weiß, wie das dort abgeht. Wenn zehn Anfänger an einem Tag dieselbe Frage stellen, bringt da die schönste Policy nix. Das reißt dem Einen oder Anderen einfach mal die Hutschnur.

Grundsätzlich finde ich den Ansatz, sich den Greenhorns anzunehmen, sie zu ermutigen und anzuspornen aber komplett richtig. Sie werden sich wohl fühlen, wieder kommen, hoffentlich Fragen beantworten und so zum Wachstum der Community und zur Verbesserung der Qualität beitragen.

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Mittwoch, 28. März 2007

Das 2x7-Modell für Social-Networks

Mitte Februar habe ich einen Eintrag mit dem Titel The Must-Have-Features for Social Networks verfasst. Hier habe ich einen Artikel von Rohit Bhargava adaptiert und daraus diese sieben Must-Haves abgeleitet.

Vor einiger Zeit ist mir dann ein interessanter Eintrag von Ibrahim Evsan (Gründer und Geschäftsführer von sevenload) aufgefallen. Hier schreibt er über die 7 F´s Theorie für eine erfolgreiche Internet-Plattform.

Um Sachverhalte zu veranschaulichen finde ich Modelle sehr übersichtlich und praktisch. Daher habe ich basierend auf diesen beiden Artikeln das „2x7-Modell für Social-Networks“ ausgearbeitet.
Bitte versteht das Ganze als Konzept. Als eine erste Idee, das Thema etwas praktischer anzugehen und klare Handlungsansätze zu formulieren.

Da das mit HTML-Tabellen und meinem BlogEditor nicht so super klappt, hier erstmal eine Slideshare-Präsentation und ein PDF-Download.



Hier der PDF-Download:
http://www.clickpunkt7.de/images/socialnetworks_2_7_modell.pdf

Montag, 12. März 2007

Jägermeister - ein Chartbreaker

Seit Jahren beobachte ich so erstaunt wie begeistert, wie es Jägermeister geschafft hat, sich von einem „Altherrengetränk“ zu einem der angesagtesten Szenegetränke zu wandeln. Für mich eine der herausragenden Marketingleistungen der vergangenen Jahre.

Nun hat es Jägermeister tatsächlich geschafft in die Top 10 der Premium Spirituosenmarken weltweit aufzusteigen und Marken wie Jim Beam und Gordon´s Gin hinter sich zu lassen.

Die Jungs aus Wolfenbüttel haben es möglich gemacht junge Verbraucher zu gewinnen, ohne dabei die Stammkonsumenten zu vergraulen. Dafür feuert das Marketing auch so ziemlich alles ab, was möglich ist: TV, Print, Event, Sponsoring und natürlich Online. Rund 20% des Nettoumsatzes lässt sich Jägermeister die Sache kosten.
Im Internet versteht es der Spirituosenhersteller hervorragend über ein Community-Angebot, mit einem klaren Mehrwert für die Mitglieder eine hohe Awareness für die Marke zu schaffen und auf diese Weise Empfehlungen auszulösen.
Einziger Wehrmutstropfen: Bitte noch an der Usabillity arbeiten! Bis ich da mal durchgestiegen bin...

Tipp:
Janina Dobrzynski vom Themenblog schreibt ebenfalls ausführlich zum Thema.

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Mittwoch, 21. Februar 2007

RittersportFreunde - Ein Quadrat sucht seine Fans

Kampagnenbeispiel RittersportFreunde Ritter-Sport versucht derzeit offensichtlich gezielt seine "Brand Evangelists" anzusprechen und eine Art Fan-Community aufzubauen. Das Ganze nennt sich "RittersportFreunde" und wird von einer Printkampagne begleitet.
Gesucht werden laut Horizont "leidenschaftliche Schokolandefans" die "passende Worte zu den verschiedenen Sorten finden". Warum die Beteiligung von Mitarbeitern die Kampagne "besonders authentisch" macht, wird wohl das Geheimnis von Marketingdirektor Jürgen Herrmann bleiben.

Grundsätzlich ist der Ansatz der Richtige. Allerdings bleibt hier das tatsächliche Potential einer solchen Kampagne ungenutzt. Sie greift einfach zu kurz. Foto hochladen, einen lockeren Spruch dazu und schon hüpft der Rittersportfreund wie auf Speed mit Schokolade winkend durch die Seite.

Wie wäre es denn eine echte Ritter-Sport-Community aufzubauen? Einen echten Austausch zwischen den Fans zu ermöglichen und sich auf diese Weise wirklich positiv in den Köpfen der "Brand Evangelists" fest zu setzen.
Das Produkt Schokolade eignet sich hierzu hervorragend, da es meist mit Glück und Belohnung in Verbindung gebracht wird.

Ach ja, hier noch ein schönes Muster das anschaulich belegt, warum es dringend ratsam ist, die hochgeladen Fotos vorher zu kontrollieren... ;-)

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Sonntag, 18. Februar 2007

The Must-Have-Features for Social Networks

Rohit Bhargava schreibt in seinem Eintrag The Ultimate Social Network You Haven't Heard Of über die Community-Plattform Flixter.
Diese richtet sich vor allem an Kino und DVD-Fans. Er nennt Flixter „das ultimative Social Network", weil es alle wichtigen Web 2.0-Funktionen in einer Anwendung vereint.

Basierend auf Rohit’s Posting nenn ich diese Auflistung einfach mal “The Must-Have-Features for Social Networks":

1) Grafische Anpassung des Layouts
Das eigene Profil kann durch persönliche Einstellungen individualisiert werden.

2) Ein Ratingsystem
Filme/Schauspieler/Fotos usw. können von den Mitgliedern per Klick bewertet werden

3) Codeschnipsel für das einfache Publizieren im eigenen Content
Bei Fotos und Videos werden Codeschnipsel angeboten, die das Einbetten in den eigenen Content ermöglichen.
Das Erfolgsfeature von YouTube

4) User Generated Content
Die Community-Mitglieder haben die Möglichkeit ihre eigenen Stories über Schauspieler als Links einreichen, über die wiederum abgestimmt werden kann.
Das Erfolgsfeature von Digg.

5) Kommentarfunktion
Ganz klar: Storeis, Videos, Bilder... alles kann kommentiert werden.

6) Mitglieder-Suche
Der Treibstoff von Social Networks. Mitglieder können andere Mitglieder aus Ihrer Nähe und/oder mit den selben Vorlieben suchen und kontaktieren.

7) Gemeinschaftserlebnisse sind möglich
Über den Movie-Night-Planner können sich Mitglieder, mit den gleichen Markierungen bei "Want to See" zu einer „Group Movie Night“ verabreden.


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About...

Thorsten Ulmer

Das Clickpunkt7-Blog ist das Weblog von Thorsten Ulmer, Webdesigner, donutssüchtig, Social-Media-Enthusiast.
Er schreibt hier vorwiegend über die neuen Herausforderungen und Chancen die "das soziale Web" dem Marketing bietet.
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Kontakt:
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http://www.clickpunkt7.de

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